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OOXML - Sind Standards eine Frage des Preises?

Warnungen vor Patentproblemen mit Microsofts OpenXML”, Schwerer Rückschlag für Microsoft beim Dokument-Standard”, “Microsofts Office Open XML: Heftiger Gegenwind aus China” - wenn es nach den Medien ginge, dann hätte Microsoft den Kampf um die Standardisierung seines Dateiformats wohl schon verloren.

Aber die Medien sind nun mal nicht stimmberechtigt, tragen allenfalls zum Stimmungsbild bei, indem sie die Mogelpackung aus Redmond enttarnen.

Richtig schmerzhaft dürften allerdings die Nachrichten aus den Standardisierungsgremien selbst sein: Die US-Amerikanische Standardisierungskommission versagt Microsoft die Unterstützung, die Regierung in Peking hat eine negative Empfehlung erhalten und Südafrika verweigert dem Softwaremulti ebenfalls die Gefolgschaft.

Interessant ist, was sich hinter den Kulissen tut: In den USA wuchs das entscheidende Gremium vor der Entscheidung um 19 auf 26 Mitglieder. Spannenderweise handelt es sich bei den Neumitgliedern vorwiegend um Microsoft Partner. Am Ergebnis der Abstimmung hat das glücklicherweise nichts geändert. Und auch in Italien kann sich die Standardisierungsorganisation heute über 83 statt bisher 5 Mitglieder freuen. Doch auch hier fing sich der Konzern in der Abstimmung eine Schlappe ein.

Merkwürdiges gibt es aus Portugal zu berichten: Da führt ein Microsoft Vertreter den Vorsitz der “Technischen Kommission” und verweigert den Vertretern von SUN und IBM die Beteiligung an der Veranstaltung. Begründung: Es gäbe zu wenig Platz in dem Raum!

Merkwürdig kommt mir auch eine eMail von Dr. Martina Krogmann - ihres Zeichens parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU Bundestagsfraktion - vor:

Wenn sich die /Freie/ und /Open Source Software/-Bewegung durch ihre selbst gewählten Vertriebsmodelle einschränkt oder behindert, weil jegliche Arten von Patenten und Lizenzanforderungen pauschal abgelehnt werden, dann handelt es sich vornehmlich um ein internes Problem dieser Bewegung.

Solch eine dogmatische Einstellung zu verallgemeinern kann kaum zielführend sein, wenn es darum geht, einen entwicklungsoffenen und technologieneutralen Wettbewerb zu fördern. Wenn wir von vornherein alle Standards ausschließen, die in irgendeiner Form Patente oder Lizenzanforderungen enthalten - seien sie auch noch so fair und diskriminierungsfrei gestaltet - dann beschränken wir schlichtweg unsere Möglichkeiten.

Es ist ja keineswegs garantiert, dass immer und für jeden Anwendungsbereich ein qualitativ gleichwertiger Standard verfügbar ist, der auch Ihre Definition von „offen“ erfüllt. Wenn es einen gibt – umso besser!”

Ich hoffe, daß Frau Dr. Krogmann in dieser Angelegenheit als Mitglied des Deutschen Bundestages ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet ist. In diesem Fall bestünde wenigstens noch Hoffnung, daß sie erkennt, was einen Offenen Standard tatsächlich ausmacht.

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Comments

DIN Abstimmung absurd

Auch das Verhalten des DIN bei der Abstimmung am 21.8. war äußerst seltsam.

Hier finden sich Details zu den Problemen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/95383

Zitat aus einer *Mail*



das Zitat stammt aus einer eMail, die Frau Dr. Krogmann an einen Aktivisten geschickt hatte und ist nicht in dieser Rede enthalten.

Ist der Zitierte Teil verschwunden?

Hallo,
auf den Link zu Frau Krogmann, ist zwar eine Rede zu offenen Dokumentenstandards, aber die zitierte Passage ist dort nicht zu finden. Hat sie sie entfernen lassen oder ist der Ursprungstext woanders?

Interessanter Blogeintrag übrigens.

Gruß,
Guido

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